Warum mich soziale Situationen so erschöpfen

Wenn das Zusammensein mit Menschen mehr Energie kostet als es gibt

Sie sieht den ganzen Tag Patienten. Sie funktioniert professionell gut. Nach einem Abend mit Freunden ist sie auf eine Art erschöpft, die ein voller klinischer Arbeitstag nicht erzeugt. Nicht körperlich müde. Etwas Fundamentaleres.

Soziale Erschöpfung hat zwei unterschiedliche Quellen. Die eine ist Introversion – die temperamentelle Tendenz, soziale Interaktion als anspruchsvoll zu empfinden. Die andere ist soziale Angst: die ständige Überwachung, wie man wahrgenommen wird, was man sagt, wie es ankommt. Die zweite ist weit kostspieliger als die erste.

Sie kann nicht immer unterscheiden, welche gerade läuft. Manchmal ist die Erschöpfung die angenehme Entleerung eines guten Abends. Zu anderen Zeiten wird sie von einer Überprüfung des Abends begleitet – was sie gesagt hat, wie sie gewirkt hat. Das ist das Signal, dass etwas über Introversion hinaus läuft.

Ausgangsziel des Klienten

“Nach jedem sozialen Ereignis – auch nach solchen, die ich genossen habe – bin ich völlig ausgelaugt. Es wird schlimmer. Warum kostet mich das Zusammensein mit Menschen so viel?”

Durchschnittlicher therapeutischer Ansatz

Symptomreduktion und -management – das Muster auf Ebene von Häufigkeit, Intensität oder funktionaler Beeinträchtigung adressieren.

Wenn soziale Erschöpfung zunimmt oder mit wachsender Vermeidung einhergeht, ist eine Abklärung durch einen Psychotherapeuten angezeigt.

Komplementär, ressourcenorientiert. Kein medizinischer Rat. Kein Ersatz für Diagnose oder Behandlung durch einen Fachmann.