Warum analysiere ich soziale Situationen im Nachhinein?

Das Ereignis ist vorbei – die interne Überprüfung hat gerade erst begonnen

Nach jedem Seminar, jedem Abendessen, jedem Treffen mit jemandem, den sie beeindrucken möchte, hält sie eine Nachbesprechung ab. Nicht bewusst – sie beginnt automatisch, meistens auf dem Heimweg oder kurz vor dem Schlafen. Was sie sagte. Was sie sagten. Wie ihr Gesichtsausdruck ausgesehen haben muss.

Soziale Wiedergabe ist eine der häufigsten Formen des Grübelns. Nach einem sozialen Ereignis überprüft der Kopf die Leistung: War sie gut genug? Gab es etwas, das möglicherweise schlecht aufgenommen wurde? Die Überprüfung ist gründlich, die Kriterien sind anspruchsvoll.

Die unbefriedigende Qualität der Überprüfung ist strukturell. Die verfügbaren Beweise können die Fragen der Überprüfung nicht definitiv beantworten. Wie bin ich wirklich rübergekommen? Das weiß niemand. Die Unsicherheit ist genau das, was die Überprüfung am Laufen hält.

Ursprüngliches Klientenziel

„Nach jedem sozialen Ereignis gehe ich alles durch. Ich bin immer die, die das Falsche gesagt hat. Wann hört das auf?“

Typischer therapeutischer Ansatz

Symptomreduktion und -management – das Muster auf Ebene von Häufigkeit, Intensität oder funktionaler Beeinträchtigung adressieren.

Wenn soziale Wiedergabe erheblichen Stress oder soziale Vermeidung verursacht, ist eine Abklärung durch einen Psychotherapeuten angezeigt.

Komplementär, ressourcenorientiert. Kein medizinischer Rat. Kein Ersatz für Diagnose oder Behandlung durch einen Fachmann. In einer Krise: Notfalldienste oder einen Psychiater aufsuchen.